Sie haben keinen Vorsitzenden, keine Vereinssatzung: Die ZWAR - Gruppe Grevenbroich - Wevelinghoven ist ein Lockerer Zusammenschluss von Menschen ab 50 Jahren, der mit großen Engagement gemeinsam die Freizeit gestaltet.


Bildergalerie ---- ZWAR Gruppe

email: ZWAR.Grevenbroich@gmx.de -
www.zwar-grevenbroich.gmxhome.de -

Kontakt zur Gruppe:
Stephan Kees
St.-Bernhard-Str. 38
41516 Grevenbroich

Treffpunkt der ZWAR-Gruppe:
Südschule
Oberstr. / Hülserweg
41516 Wevelinghoven

An der Tafel hängen die Kärtchen von 17 Interessengruppen - vom Radfahren und Wandern bis Boule und zum Literaturkreis. Ein Kern von rund 45 Männern und Frauen ab 50 Jahren - meist Vorruheständler und Rentner - engagiert sich für eine selbst bestimmte Freizeit- und Lebensgestaltung. „Mehr als sieben Leute - und das ohne Vorsitzenden und Vereinssatzung“, hob Bürgermeister Axel Prüm gestern beim Multiplikatorentreffen das Besondere der ZWAR -Gruppe Grevenbroich - Wevelinghoven hervor. ZWAR steht für„Zwischen Arbeit und Ruhestand“. Das Treffen war Schlusspunkt und Ausblick auf die weitere Arbeit zugleich. „Nach drei Jahren Begleitung durch den Caritasverband und die ZWAR - Regionalstelle in Dortmund steht die Gruppe jetzt auf eigenen Füßen“, erklärt Jürgen Weidemann. Der Fachberater Gemeindedienst der Caritas begleitete das Projekt seit 2003.

Entstanden war die Idee vor über 20 Jahren im Ruhrgebiet, wo nach Entlassungen die Frage aufkam, welche Perspektiven sich Menschen ab 50 bieten, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden. An der Uni Dortmund wurde das ZWAR - Konzept entwickelt, heute bestehen rund 100 Gruppen in Nordrhein-Westfalen. Anfang 2003 hatten ZWAR - Zentralstelle, Caritasverband und Stadt —Ex-Bürgermeister Theo Hoer und Vize - Bürgermeisterin Ursula Kwasny haben ZWAR lange begleitet und waren auch gestern dabei - die Gruppe angestoßen. „Von Anfang an war klar, dass wir nur Geburtshelfer sein konnten, daraus ist viel entstanden“, sagte Caritas-Geschäftsführer Hans-Werner Reisdorf. Für Wolfgang Nötzold, Fachberater in der ZWAR - Zentralstelle, ist die Wevelinghovener Gruppe die erste, die er aus der Begleitung „entlässt“. „Aber eigentlich haben Sie sich bereits vor zwei Jahren abgenabelt. Sie sind ein sehr aktives Team.“ Laut einer Befragung hätten die ZWAR - Gruppen im Schnitt sechs Interessengruppen, „Sie dagegen haben 17 zustande gebracht“. Selbständigkeit und Eigeninitiative sind sozusagen Programm: Jeder kann zwanglos mitmachen, wo er will - die Bandbreite vom Schachspielen bis zum Kochen für Männer. Und zu den 14-tägigen Treffen der Basisgruppe im Katholischen Jugendheim in Wevelinghoven kommen rund 30 bis 40 Frauen und Männer“, erklärt Theo Dominick, einer der Zwar - Aktiven. Insgesamt würden 65 Menschen die Angebote wahrnehmen. „Neben den 17 Interessengruppen verabreden sich aber auch kleinere Gruppen zu Unternehmungen.“

Trotz ihrer lockeren Strukturen ist die ZWAR – Gruppe auch Keimzelle für einen Verein: WOGE („Wohnen gemeinsam in Grevenbroich“) will eine Wohnanlage mit etwa 20 bis 25 Wohnungen errichten, in der Senioren ebenso wie junge Familien leben sollen, sich gegenseitig unterstützen

Und zugleich gegenseitig unterstützen und zugleich in Kontakt mit jungen Menschen bleiben“, erklärt Karl-Heinz Ferfers, der bei ZWAR und WOGE WOGE aktiv ist. Seit einiger Zeit ist der Verein auf Grundstückssuche. „Es ist nicht leicht, eine geeignete, zentral gelegene Fläche zu finden, die in der Nähe von Arztpraxen und Geschäften liegt. Doch wir stehen mit mehreren Grundstückseigentümer in Gesprächen und hoffen, 2007 mit dem Bau beginnen zu können.“