Bei idealen äußeren Bedingungen erlebten der Bürgerschützenverein und seine Gäste am Wochenende einen
nicht nur von BSV-Geschäftsführer Günter Piel als geradezu "phantastisch" empfundenen Auftakt des Schützenfests.
Nach dem großen Fackelzug mussten sich die Schützen am Samstag Abend angesichts des Massenandrangs
auf dem Festplatz geradezu bis zum Zelt durchkämpfen - für eine Strecke von gut 200 Metern war
angesichts der Menschenmenge eine geschlagene halbe Stunde nötig. Das Königspaar Werner und
Traudel Köpp steht im Mittelpunkt des Wevelinghovener Schützenfest. Bei der Regimentsabnahme
am gestrigen Nachmittag wurden die beiden Regenten flankiert von Präsident Rudolf Broens (r.), seinem
Vize Theo Hoer und Prior Basilius Ullmann aus dem Kloster Langwaden. NGZ-Foto: M. Reuter

Groß wie seit Jahren nicht mehr war denn auch die Resonanz beim abendlichen Ball, bei dem nicht nur auf
der Tanzfläche bis weit nach Mitternacht Hochstimmung herrschte. Ein Start nach Maß wurde es übrigens
auch für Peter Aldenhoff und Renate Lechner von den "Erftjunkern", die am Samstag den Bund fürs Leben
schlossen: Die zu Ehren des soeben getrauten Paars Spalier stehenden Zugkameraden können sich auf
eine besondere Reise freuen, denn Aldenhoff hat die "Erftjunker" zu einer Reise nach Namibia eingeladen.

Nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martinus folgte Sonntag zunächst die Ehrung der Verstorbenen
und Gefallenen. Beim Einzug ins Zelt konnte sich Ehrenpräsident Hilmar Krüll darüber freuen, dass es
dem Regiment gelungen war, prominente "Beute" zu machen. Die am Eingang wartende Delegation des
Bürgerschützenvereins mit Antonio Aguilar an der Spitze wurde kurzerhand in die Wevelinghovener
Truppe integriert. Der wie immer von den beiden "Haus-Kapellen", dem heimischen Tambourkorps und dem Musikverein "Frohsinn Norf",
gestaltete Frühschoppen gehörte dann zunächst dem Nachwuchs.

Tim Strommenger trat sein Amt als neuer Edelknabenkönig an, während bei den jungen Schützen Stefan Kurth
seinen Vorgänger Marc Möbes als König ablöste. Der 21-Jährige gehört seit 1997 dem Jägerzug "Flachmänner" an.
Präsident Rudolf Broens gab dann die von der Jury ermittelten Gewinner des Fackelbau-Wettbewerbs
bekannt. Auf Rang eins waren die Vorreiter mit ihrem Pegasus geschwebt, aber auch der "Hulk" der "Alten Fanfaren"
hatte sich zur "pole Position" vorgerobbt, so dass die Prämie diesmal friedlich geteilt wurde. Den dritten Platz
belegte der Jägerzug "Heimattreue" für die Forderung nach einem zügigen Bau der Erftauen-Schnellstraße.

"Multifunktional" präsentierte sich BSV-Vizepräsident Theo Hoer, der in dieser Eigenschaft zunächst durch das
musikalische Programm führte, bevor dann am frühen Nachmittag ein Rollenwechsel fällig war und der Bürgermeister
zum Empfang der Stadt ins historische Rathaus einlud. Nach dem offiziellen Akt räumte der erste Bürger der
Stadt dann wieder das Feld für den BSV-Vize. Unter dem Oberkommando von Oberst Manfred Moll setzte
sich dann anschließend pünktlich der mehrstündige Festzug in Marsch.

Mit 901 Aktiven in 68 Zügen und rund 350 Musikern war die imposante Demonstration Wevelinghovener
Schützenmacht erneut der erwartete Publikumsmagnet und - nicht zu vergessen - das mit Abstand stattlichste
Regiment der Stadt. Den krönenden Höhepunkt bildete dann die mit lautstarkem Szenenapplaus gefeierte
Parade zu Ehren des Königspaars Werner und Traudel Köpp, die wie immer vor dem Rathaus abgenommen wurde.