Elekta v. Wevelinighoven-Sittert

In Wevelinghoven starb das Geschlecht der Herren von Wevelinghoven schon im Jahre 1446 mit dem von Wilhelm II. von Wevelinghoven aus. Titel und Lehnsrecht gelangten mit der Heirat seiner Tochter Anna daraufhin an die Herren von Gemen und 1492 mit deren Aussterben schließlich an die Grafen von Steinfurt. Die Grafen von Bentheim führen nach der Übernahme des Titels der Herren von Wevelinghoven i Jahre 1582 diesen bis heute.

In und außerhalb Wevelinghovens führten bis in die 50er Jahre hinein noch Geschlechter des niederen Adels den Beinamen von Wevelinghoven. Diese waren im Einzelnen:

* die von und zu Hundt mit Sitz auf Haus Busch,
* die von Lievendahl mit Sitz im südlichen Wevelinghoven in der sogenannten Wölkersburg auf der heutigen Stadtparkinsel,
* die von Kerpen mit Sitz im nördlichen Wevelinghoven (Beesterhöfgen?),
* die von Deutz mit Sitz in den Überresten der ehemaligen Vorburg der Herren von Wevelinghoven.

Wappen der Herrschaft Wevelinghoven

Von diesen Sitzen ist das heutige Haus Busch der von Hundt als abgegangenes Wasserschloss im östlichen Wevelinghoven am besten erhalten. Das vollständig zerstörte Wasserschloss der (auch als Herren bezeichneten) von Lievendahl bestand zu Beginn des 19. Jh. noch als Ruine. Heute kann man seine Lage nur noch an der ansteigenden Bodenformation und Mauerresten im Untergrund erkennen. Das ursprüngliche Alter der zugrundeliegenden Burg dürfte allerdings um ein wesentliches höher sein als die von Lievendahl (bis 1428). Begründet wird dies im Allgemeinen mit der ähnlichen Anlage wie die der Burg der Herren von Wevelinghoven. Die einzige bildhafte Darstellung befindet sich auf einer Abbildung aus dem Jahre 1649. Danach und den Grundrissen auf der Tranchot-Karte von 1806/07 folgend kann man sich die Gebäude in einer ähnlichen Formation und Nutzung wie Schloss Hülchrath vorstellen. Die von Kerpen können nicht mehr lokalisiert werden. Jedoch lässt der Verlauf von römischen und mittelalterlichen Straßen sowie Gräben und mittelalterlicher Bebauung mit zutagetretenden Fundamentresten eine Lokalisierung der Burg im nördlichen Wevelinghoven hinter dem sogenannten Beesterhöfgen vermuten.

Außerhalb Wevelinghovens führten durch die Verwandtschaft des 15. Jh. mit dem Hause der Herren von Gemen (s.o.) die von Wevelinghoven zu Sittard bei Nettetal-Lobberich den alten Titel weiter. Die letzte Freifrau von Wevelinghove zu Sittard starb 1955. Der Ort ihrer Ansiedlung trägt bis heute noch den Namen An Wevelinghoven und ist somit eine Nachgründung durch Titelwanderung. Alle anderen Geschlechter starben noch vor der französischen Revolution aus.

Der Ursprung all dieser Adelsgeschlechter ist wohl im Rahmen der üblichen spätmittelalterlichen Praxis zu sehen, fähige Knechte und Bauern in den Stand eines nicht erblichen Verwalters zu erheben. Dieser Umstand ließ im weiteren zeitlichen Verlauf und der zunehmenden räumlichen Distanz zwischen Grundherr und Gutsherr (Lehen, Aussterben des Geschlechts) den Letzteren in eine Art Ritterstand aufsteigen, was die erbliche Weitergabe von Name, Funktion und später auch Eigentum zu Folge hatte. Heute werden hre Güter teilweise vom Hause zu Droste-Vischering Grafen von Nesselrode verwalte (Haus Busch und Kloster Langwaden), teilweise von der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde genutzt.

Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Wevelinghoven