Geschichte:
Um 1145 stifteten die Herren von Wevelinghoven auf einem ihrer Gutshöfe das Kloster Langwaden, und sogleich siedelten Prämonstratenserinnen aus der Abtei Heylissem dorthin über und ließen den männlichen Teil des Konventes in Belgien zurück.
In Langwaden lebten anfangs 30 Chorschwestern; 1345 wurde ihre Anzahl aufgrund von wirtschaftlichen Überlegungen auf 27 reduziert und zu Beginn des 18. Jahrhunderts zählte das Kapitel noch 20 Mitglieder. Diesen, oft auch adeligen Frauen, oblag die Verrichtung des Chorgebet und die Verfügung über die Pfründen. Hinzu kamen die Laienschwestern, die niedere Dienste im Haus versahen. Außerhalb der Klausur arbeitetendie Donaten, ie keine oder nur zeitlich befristete Gelübte ablegten. Als großer Wirtschaftsbetrieb beschäftigte das Kloster aber auch Handwerker der verschiedensten Fachrichtungen.
Neben den Frauen hielten sich auch zwei Chorherren in Langwaden auf: Der eine war der Propst des Konventes, der andere der Beichtvater der Schwestern. Meist stammten sie aus Heylissem. Im 16. und 17. Jahrhundert bildete die Klosterkirche zugleich die katholische Pfarrkirche für die Bewohner von Wevelinghoven.
Das Aussehen des ersten, romanischen Klostergebäudes ist fast unbekannt, da es von späteren Anlagen vollständig überbaut wurde; denn es war aus Altersgründen völlig baufällig geworden, so dass im ausgehenden 17. Jahrhundert ein Neubau errichtet wurde, der im wesentlichen mit dem heutigen Baukörper übereinstimmt. Die an die Konventsgebäude nördlich anschließenden Wirtschaftsgebäude sind nach Ausweis der Bauinschrift 1743 bzw. 1783 errichtet worden. Das Kloster präsentierte sich demnach seit der Barockzeit in der Form eines geschlossenen Vierecks, dessen Südseite von der Kirche eingenommen wurde.
1802 fiel auch das Kloster Langwaden der Säkularisation zum Opfer und seine Besitztümer wurden zugunsten der französischen Staatskasse versteigert. Die Ausstattung des Klosters wurde so in alle Winde zerstreut, die Gebäude selbst kamen in den Besitz eines gewissen Nicolas- Joseph Maison, der sofort die Kirche abreißen und die übrigen Klostergebäude zu einem Schloss als Wohnsitz für seine Familie umbauen ließ.
Das Gebäude wechselte dann noch mehrmals den Besitzer und stand kurz vor dem endgültigen Verfall, als sich der Zisterzienser-Orden für das ehemalige Kloster zu interessieren begann und dort im Jahre 1961 eine Niederlassung errichtete. Es folgten grundlegende Renovierungsarbeiten und teilweise auch Neubauten, um die Anlage für die Zwecke des Ordens nutzbar zu machen.
Heute zählt der Konvent 14 Mitglieder. Die Zisterzienser betreiben das St.Bernhardsheim für an den Rand der Gesellschaft gedrängte Männer, ein Altenheim, den Bernardus-Verlag und eine Bildungsakademmie, ein Gästehaus für Exerzitien und Tagungen und verfügen über eigene gastronomische Betriebe.
Quelle und Ansprechpartner:
Zisterzienser-Kloster Langwaden, 41516 Grevenbroich, Tel.: (02182) 8802 - 0, Fax.: (02182) 60382, www.zisterzienser-langwaden.de, prior@zisterzienser-langwaden.de
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