Engagierte Scheibenschützen: Dr. Helmut Hauser (l.) und Helmut Coenen vor dem Uhlhorn-Grabstein. NGZ-Foto: L. Berns
Grevenbroich (NGZ) Diedrich Uhlhorn ist der berühmteste Sohn der Stadt: Er erfand die erste Münzprägemaschine der Welt. Sein Grabstein verwitterte an der evangelischen Kirche – jetzt kümmerten sich die Schützen um das Denkmal.
Diedrich Uhlhorn machte Grevenbroich international bekannt – mit seiner Kniehebelpresse, der ersten Münzprägemaschine der Welt. Begraben liegt er in Wevelinghoven, im Schatten der 325 Jahre alten Wevelinghovener Kirche. Und dort haben sich die Scheibenschützen dem verwitterten Grabstein des berühmten Sohns der Stadt angenommen. "Jetzt strahlt das Monument wieder wie neu", freut sich Dr. Helmut Hauser, Major des Korps, das am Samstag sein 40-jähriges Bestehen feiert.
Der runde Geburtstag war denn auch der Anlass für die Schützen und das Königspaar Marcus und Verena Odenthal, tief in die Tasche zu greifen und sich des Steins anzunehmen. "Er sah alles andere als gut aus. Die Inschrift war kaum noch zu lesen, außerdem musste er gereinigt werden", erzählt Scheibenschütze Helmut Coenen, der Ideengeber für die Aktion.
Diedrich Uhlhorn (1764–1837) war kein gebürtiger Grevenbroicher, er kam aus dem Oldenburgischen, stammte aus einfachen Verhältnissen. "In seiner Familie gab es Landwirte und Schreiner, doch an diesen Berufen war der junge Uhlhorn nicht interessiert. Er wurde Konstrukteur, entwarf zunächst Fernrohre und Sonnenuhren", erzählt Volker Benad-Wagenhoff, Mitautor des im vergangenen Jahr erschienenen Uhlhorn-Buchs.
Um 1800 reiste das "Nordlicht" in das industriell boomende Rheinland und blieb 1809 in Grevenbroich hängen. Dort übernahm Diedrich Uhlhorn die technische Leitung der Maschinenfabrik Koch und gründete später selbst ein Unternehmen. Europa-, ja weltweite Bekanntheit erlangte der Mechanikus aber erst durch die von ihm in den Jahren 1817 bis 1823 entwickelte Kniehebelpresse, die zur Standard-Maschine der industriellen Münzprägung wurde.
Seine letzte Ruhestätte fand er in Wevelinghoven – aus gutem Grund: "Uhlhorn war Protestant, und in Grevenbroich gab es keine evangelische Gemeinde", erklärt Helmut Coenen. Anders in Wevelinghoven, wo Uhlhorn sehr aktiv gewesen ist, unter anderem als Presbyter. Seine letzte Ruhe fand er denn auch an der Kirche, weil es 1837 den evangelischen Friedhof noch nicht gab.
Vor der Sanierung des Steins, der von dem Düsseldorfer Bildhauer Johann Jakob Woringen geschaffen wurde, holten sich die Scheibenschützen die Genehmigung der Stadt. Dann machte sich Steinmetz Udo Raubler ans Werk, säuberte das Monument aus Aachener Blaustein und machte die Schrift wieder lesbar – unter anderem auch das Zitat aus dem Matthäus-Evangelium (25,21), das auf dem Denkmal zu lesen ist: "Wer über wenige getreu gewesen ist, den will sein Herr über viel setzen."
Die Scheibenschützen wollen am Samstag den auf ihre Kosten restaurierten Stein übergeben.
Info
Schützen-Geburtstag
Anlass 40-jähriges Bestehen des Scheibenschützenkorps.
Feier Beginn um 14 Uhr mit Gottesdienst in der Evangelischen Kirche. Anschließend Festkommers in der Gaststätte Erftruhe mit einem Rückblick auf die vergangenen vier Jahrzehnte.
Abend Nach einem Platzkonzert um 19 Uhr geht es zum Königsehrenabend auf den Marktplatz.
Quelle: Grevenbroich (NGZ)