Kosten für Friedhöfe prüfen
Ausschuss will Kosten für Friedhöfe prüfen
Der Landschaftspflegeausschuss stimmte der Anhebung der Friedhofsgebühre zu – mit zwei Gegenstimmen aus der UWG. Die letzte Entscheidung hat am Donnerstag der Rat.
Für viele Grabstätten soll die Nutzungsgebühr um zehn bis zwölf Prozent steigen. Doch zugleich hat sich der Ausschuss die Kostensenkung zum Ziel setzt: "Nach dem ersten Quartal 2012 soll uns die Verwaltung Möglichkeiten zur Kostenreduzierung vorlegen", kündigte Ausschussvorsitzender Uwe Schmitz an. Auf den Prüfstand sollen beispielsweise die hohen Energiekosten für Leichenhallen.
Ein klares "Nein" zu den Gebühren kam von der UWG. "Sie bedeuten für viele Bürger eine zu hohe Belastung", sagte Martina Flick. Sie befürchtet einen "Beerdigungstourismus" in andere Kommunen. "Wo sind Ihre Vorschläge, um Kosten zu senken?", konterte Ralf Cremers (CDU). Beigeordneter Werner Hoffmann betonte, dass Politik und Verwaltung oft nach Einsparpotenzial gesucht hätten. "Aus gutem Grund haben sie sich dagegen ausgesprochen, Friedhöfe zu schließen." Im Vergleich zu anderen Kommunen hat die Stadt mit 16 Anlagen viele Friedhöfe. Wenn es nach Schmitz geht, soll es dabei – trotz der Suche nach Einsparpotenzial – bleiben: "Die Menschen sollen in dem Ort beerdigt werden können, in dem sie gelebt haben."
Quelle: NGZ
Die Grevenbroicher sollen bei den Friedhofsgebühren tiefer in die Tasche greifen, für viele Gräber plant die Stadt einen Anstieg um zehn bis zwölf Prozent. Die Gebühr fürs anonyme Urnengrab soll sich gegenüber 2008 verdoppeln.
Wer für seine eigene Beerdigung Geld auf die Seite legt, sollte einige Euro mehr einplanen. Die Stadtverwaltung schlägt der Politik für 2012 höhere Friedhofsgebühren vor. Bei manchen Kosten fallen die drastisch aus: Wer für einen toten Angehörigen etwa ein Wahlgrab möchte, soll fürs Nutzungsrecht künftig 1979 statt 1793 Euro – 10,4 Prozent mehr als 2011 – zahlen. Ein Tiefengrab (mit übereinanderliegenden Särgen) würde sogar mit 2105 statt 1874 Euro zu Buche schlagen – happige 12,3 Prozent mehr.
Auch wer nicht viel Geld aufbringen kann, soll nach den Plänen der Verwaltung tiefer in den Geldbeutel greifen. Für ein Reihengrab ist ein Anstieg um 7,2 Prozent geplant, für ein anonymes Urnenreihengrab sogar um 12,2 Prozent.
Entscheidungen sind noch nicht gefallen, Mittwoch Abend legte die Verwaltung den Vorschlag für die Friedhofsgebühren dem Landschaftspflegeausschuss vor. Stadtsprecher Andreas Sterken nennt zwei Gründe für die Anhebung: "Zum einen fließen in die Gebührenkalkulation für 2012 Fehlbeträge in Höhe von 22 300 Euro ein, die fürs Gebührenjahr 2010 entstanden sind." Zum anderen sei die Zahl der Beerdigungen seit zwei Jahren niedriger als 2009 (641). Für 2011 geht die Stadt von nur 611 Beerdigungen aus. Und diese Zahl setzt sie auch fürs nächste Jahr ein – viele Kosten müssen somit auf weniger Gebührenzahler verteilt werden.
Was die Friedhofsgebühren angeht, sind die Grevenbroicher bereits seit Jahren leidgeprüft: Zwar sank in diesem Jahr die Gebühr fürs Grab-Nutzungsrecht, doch seit 2008 sind die Kosten ausgerechnet für preiswertere Grabarten geradezu explodiert. Damals musste für ein anonymes Urnenreihengrab 693 Euro bezahlt werden, dieses Jahr bereits 1326 Euro. Für 2012 werden 1488 Euro kalkuliert – mehr als das Doppelte als 2008. Für ein Reihengrab werden dieses Jahr 1283 statt 782 Euro vor drei Jahren fällig. Preiswerter wurde dagegen das Wahlgrab, die Gebühr sank um 466 auf 1793 Euro.
Mit dieser Entwicklung wollte die Stadt "mehr Gebührengerechtigkeit erreichen", wie Sterken erklärt. Dafür hatte die Stadt 2008 ein neues Berechnungsmodell eingeführt. Die Kosten für die "Friedhofsbenutzung", die Infrastruktur der Anlage, wurden neu auf die einzelnen Grabarten verteilt: Urnengräber wurden teurer, Wahlgräber preiswerter. "Die Angehörigen nutzen die Friedhofseinrichtungen in gleichem Maße – egal ob sie ein Urnen- oder ein Wahlgrab besuchen oder pflegen", begründet Sterken. Den Trend zur Urne konnte diese Verteuerung nicht stoppen: Bei über der Hälfte der Beerdigungen werden heute Urnen beigesetzt.
Quelle: NGZ
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